Digitalisierung – Spielzeug für Manager?

Fast jeder kennt mittlerweile den Begriff «Digitalisierung». Was er genau bedeutet und wie er sich gegenüber Begriffen wie «Digitaler Transformation», «Industrie 4.0» oder «New Work» abgrenzt, soll hier gar nicht diskutiert werden. Wichtig ist, dass immer mehr Produkte und Dienstleistungen voll technisiert angeboten werden. Das heisst, dass wir unsere alltäglichen Angelegenheiten immer mehr ohne direkte Ein- und Mitwirkung von Menschen machen: Ob das der Ticketkauf vom Bahnticket oder das Bezahlen im Supermarkt ist, die Einreichung und Verarbeitung der Steuerunterlagen oder der Versand von Nachrichten an Mitmenschen.
Diese Entwicklung hat eine Vielzahl von Konsequenzen, von denen ich zwei (wie ich finde) Bedeutende herausnehmen möchte: Zum einen die damit einhergehende Zunahme der Geschwindigkeit und zum anderen die Verabschiedung des Menschen aus dem Alltag.
Durch die elektronische Übertragungs- und Verbreitungsmöglichkeit an Informationen (man denke nur an Email, Facebook, WhatsUp etc.) nimmt die Geschwindigkeit zu: Vieles ist «online» verfügbar, kann sofort geteilt werden, die Reaktionen auf eine Nachricht sind fast so schnell vorhanden wie die Nachricht selbst. Zum anderen nimmt der Kontakt von Mensch zu Mensch immer mehr ab, da Computer oder computerunterstützte Systeme die Verarbeitung übernehmen (wie die Scanner an der Supermarktkasse, die die Kunden selbst bedienen).
Die Frage, die mich bewegt ist: Ist das gut oder schlecht für den Menschen? Ich habe noch Verabredungen im Vor-Handy-Zeitalter erlebt: Man hat Ort und Zeit abgemacht und dann war dies fixiert, zumindest in den Stunden davor. Heute wäre es undenkbar, nicht in letzter Sekunde Ort oder Zeit «justieren» zu können. Auch hat man Fahrkarten bei Menschen gekauft. Natürlich war Vieles langsamer als heute, Bestimmtes unmöglich (und nicht vorstellbar). Doch war es schlechter? Ich finde nicht.
Wir Menschen haben den Fehler gemacht, dass die durch die Technik entstandenen Freiräume nicht für Kreatives und Austausch von Mensch zu Mensch genutzt wurden. Wir haben stattdessen die Freiräume genutzt, um die schnellere Maschine noch schneller zu machen und uns ungewollt in ein Hamsterrad begeben.
Aber wo immer man auch reingeraten ist, dort kommt man auch wieder heraus.
Für mich heisst es, auch in diesen hektischen Zeiten sich Raum und Zeit nehmen, um mit anderen Menschen im Kontakt und im Austausch zu sein. Auch der superschnelle Austausch von Informationen muss nicht immer und überall erfolgen.
Pausen einlegen, nachdenken, Gedanken machen, austauschen. Das bringt eine fast schon vergessene Qualität in unser Leben. Eine Anregung ist hier zu finden.

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